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Kandy PeraheraEsala Perahera - Sri Lanka

Die Kandy-Esala-Perahera gehört zu den großartigsten Festen Südasiens. Zehn Nächte lang ziehen Trommler, Tänzer und festlich geschmückte Elefanten durch Kandy, um die heilige Zahnreliquie des Buddha zu ehren.

Überblick

Die Perahera von Kandy ist die bedeutendste religiöse Prozession Sri Lankas. Sie findet im singhalesischen Monat Esala statt, meist im Juli oder August, und dauert insgesamt rund zehn Nächte. Getragen wird sie vom Buddhismus, doch vier hinduistische Tempel der Stadt ziehen mit. Aus diesem Miteinander schöpft das Fest bis heute seine besondere Farbigkeit.

Kandy war die letzte Hauptstadt der singhalesischen Könige. Wer die Zahnreliquie besaß, galt als rechtmäßiger Herrscher der Insel. So wurde die Perahera immer auch zum Ausdruck von Glauben und Macht zugleich.

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Der Mythos der Zahnreliquie

Der Ursprung des Festes ist untrennbar mit der heiligen Zahnreliquie Gautama Buddhas verbunden. Nach seinem Tod um 480 v. Chr. wurde der Leichnam bei Kushinagar in Nordindien verbrannt. Der Überlieferung nach retteten Gläubige mehrere Zähne aus der Asche. Um ihren Weg ranken sich zahlreiche Legenden, in denen sich buddhistische und hinduistische Motive vermischen.

Versteckt im Haar einer Prinzessin soll einer der Zähne im vierten Jahrhundert nach Sri Lanka gelangt sein. Dort wurde die Reliquie mit höchsten Ehren empfangen und zum spirituellen Symbol des Reiches erhoben. Einmal im Jahr sollte ihr mit großen Prozessionen gehuldigt werden, eine Tradition, die bis heute lebendig geblieben ist.

Ihre heutige Gestalt erhielt die Perahera im 18. Jahrhundert unter König Kirti Sri Rajasinha. Er verband die Prozession der Zahnreliquie mit den Zügen der vier Göttertempel. So verschmolzen alte buddhistische mit lokalen hinduistischen Traditionen zur Kandy-Perahera, wie man sie heute kennt.

Ablauf der zehn Nächte

Das Fest gliedert sich in zwei Phasen. In den ersten fünf Nächten, der Kumbal-Perahera, bleiben die Züge noch vergleichsweise schlicht. Danach steigert sich das Geschehen zur Randoli-Perahera, deren Pracht von Nacht zu Nacht zunimmt.

An der Spitze schreiten Peitschenknaller und Fahnenträger, es folgen Trommlergruppen, Feuertänzer und hunderte Tempeltänzer. Den Mittelpunkt bildet der Maligawa-Stoßzahnelefant, der einen goldenen Schrein trägt. Darin liegt eine Nachbildung des Behältnisses der Zahnreliquie, denn die Reliquie selbst verbleibt heute im Tempel.

Nach der letzten Nacht endet das Fest im Morgengrauen mit der Wasserschnitt-Zeremonie am Fluss Mahaweli. Ein Priester teilt mit einem Schwert das Wasser und schöpft frisches für das kommende Jahr. Damit ist der Kreislauf des Festes geschlossen.

Die Elefanten

Zur Perahera gehören dutzende Elefanten, die in bestickte Decken gehüllt und mit Lichterketten geschmückt werden. Der wichtigste unter ihnen trägt den Schrein und ist besonders reich verziert. Für viele Besucher sind diese Tiere im Fackelschein das eindrücklichste Bild des Festes.

Reisezeit und Tipps

Die Perahera fällt auf den Vollmond des Monats Esala, meist Ende Juli oder im August. Der genaue Termin richtet sich nach dem Mondkalender und wird jährlich vom Tempel festgelegt. Die letzten Nächte sind die prunkvollsten, aber auch die vollsten.

Tipp: Sitzplätze entlang der Route werden Wochen im Voraus vergeben. Wer die Randoli-Perahera sehen möchte, sollte Unterkunft und Platz frühzeitig buchen. Aktuelle Termine nennt der Tempel der Zahnreliquie auf seiner offiziellen Seite (siehe Steckbrief).

Kandy liegt im zentralen Bergland und lässt sich gut mit einer Rundreise über die alten Königsstädte verbinden. Wer mehr über buddhistische Wasser- und Lichterfeste erfahren möchte, findet Verwandtes bei Phaung Daw U in Myanmar und Loy Krathong in Thailand.

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